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Projekt Skyscrapers 2007 / 2008


alphubel

Mittwoch, der 6. August 2008, 10:07 - auf dem Gipfel des Alphubels tummeln sich, neben einigen anderen Bergsteigern, neun Jugendliche der DAV-Sektion Bayreuth und ihre drei Jugendleiter. Manchen stehen Tränen der Freude in den Augen, während andere versuchen sich unauffällig den allgemeinen Glückwunschumarmungen zu entziehen.
Doch der Stolz über das Erreichte ist zu groß als dass dies gelingen könnte, sodass auch der härteste Kerl am Ende in den Armen der ihn umgebenden Mädels landet.
Fast ein Jahr früher: Im frisch bezogenen Jugendraum im KOMM sitzt, bis auf wenige Ausnahmen, die selbe Gruppe zusammen und beginnt mit der Planung ebendieser Gipfelbesteigung. Ein Viertausender soll es sein, was angesichts der Tatsache, dass sich die Bergerfahrung von vielen bisher auf die Kletterwand beschränkt, eine enorme Herausforderung für die ganze Gruppe darstellt. Es fehlen Material und vor allem Kondition, Muskeln und Wissen, weshalb sofort Aufgaben verteilt werden: Sponsorensuche, Spaltenbergungsübung und Wetterkunde stehen an und werden, ebenso wie das „regelmäßige“ Lauftraining, in den nächsten Monaten mit mehr oder weniger großem Elan bewältigt.
Im Lauf der Zeit stellt sich heraus, dass einigen der Aufwand dafür über den Kopf wächst, sodass sich die Gruppe noch etwas verkleinert. Schließlich bleibt der Kern von zehn Jugendlichen und drei Jugendleitern: Joalie, Viki, Meli, Lukas, Alex, Lisa, Christopher, Helena, Tillmann und Nora sowie Jan, Stefan und Mathias bilden schließlich die „Projektgruppe Skyscrapers“.
Nach mehreren Vorbereitungstouren in Österreich, bei denen Höhen- und Rucksacktauglichkeit der Teilnehmer getestet und verbessert werden, wird der Alphubel im Wallis als Ziel mit der Täschhütte als Ausgangspunkt festgelegt.
In der letzten Phase der Vorbereitung treten dann noch gewisse Schwierigkeiten auf: Lungenentzündung, Knieüberlastung und Zahnfleischentzündung, wobei letztere dazu führt, dass Tillie nicht mit uns kommen kann.
Am 2. August stehen bis auf ihn alle am Bahnhof um die Zwölfstundenfahrt in die Schweiz anzutreten.
Abgesehen von fünf Meter Reepschnur, die bei diversen Fesselspielchen im Zug auf der Strecke bleiben, erreichen auch alle Täsch, wo die Zelte aufgeschlagen werden. Am nächsten Morgen stehen dann fünf Stunden Hüttenaufstieg an, die trotz praller Sonne spielend bewältigt werden. Zwecks Akklimatisation wird dann erst einmal geschlafen, bevor die Gruppe um vier Uhr früh zum Alphubeljoch aufbricht, um sich weiter an die Höhe zu gewöhnen und die Verhältnisse am Alphubel auszukundschaften. Am darauffolgenden Tag legen die meisten eine Pause ein, während von einigen Übermütigen der Nordgipfel des Rimpfischhorns über eine Eisflanke begangen wird um ihre Gehgeschwindigkeit am nächsten Tag etwas dem Gruppentempo anzupassen. Dazu tragen auch das unter ihnen aufgeteilte Gepäck einer Kniekranken sowie diverse heimliche Zusatzgewichte bei, sodass am Mittwochmorgen synchron zum Gletscher aufgestiegen wird. Bei strahlendem Sonnenschein queren die drei Seilschaften unterhalb des Alphubels, um auf der leichteren Seite auf den Gipfel zu steigen, den wir nach 1500 schweißtreibenden Höhenmetern auch schließlich erreichen.
Trotz Knieproblemen und Schnupfen, dank der Wetterfee und dem Willen aller Teilnehmer stehen wir auf 4206 Metern, genießen die Aussicht und die Gipfelbrotzeit - für viele die erste, aber bestimmt nicht die letzte ihrer Bergkarriere.

Danken möchten wir allen die uns unterstützt haben - vor allem unseren Sponsoren und dem DAV Bayreuth, die es ermöglicht haben, den Kostenaufwand für den Einzelnen sehr gering zu halten, und dem Team der Täschhütte, das uns durch seine (leider nicht selbstverständliche) Freundlichkeit, auch gegenüber den Selbstversorgern, den Hüttenaufenthalt sehr angenehm gestaltet hat.

Nora Albrecht

Fotos findet ihr hier.